UGV & Drohnen
Forschungsprojekte bei der #wechselland26
Die Theresianische Militärakademie ist als Hochschule als Teil der Fachhochschule für angewandte Militärwissenschaften auch ein Teil der österreichischen Forschungslandschaft. Un dies speziell wenn es um die Integration von technologischen Innovationen in den militärischen Anwendungsfall geht. Im Rahmen der Ausbildungsübung WECHSELLAND 26 wurden aktuell drei vielversprechende Forschungsprojekte im Feld getestet. Diese Projekte stehen exemplarisch für die enge Zusammenarbeit zwischen militärischer Praxis, Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. Verantwortlich für die Forschungsprojekte zeichnet Oberst Michael Schwendenwein aus Entwicklungsabteilung der Militärakademie.
„Path“ – Autonomes Bodenfahrzeug (UGV)
Das Amt für Rüstung und Wehrtechnik, die TU Graz und die Militärakademie bilden einen Forschungsverbund, der ein Unmanned Ground Vehicle (UGV) entwickelt. Das autonom fahrende Bodenfahrzeug kann bis zu 180 kg transportieren. Im Einsatz soll es Munition nach vorne und Verwundete zurückbringen.
Das Fahrzeug verfügt über mehrere innovativen Funktionen. Im Follow-Me-Modus kann es einem Soldaten folgen und so die Truppe beim Marsch begleiten. Selbstverständlich ist auch eine manuelle Fernsteuerung möglich, um in komplexen Situationen Flexibilität zu gewährleisten. Das zentrale Projektziel ist jedoch das autonome Fahren, bei dem das UGV selbstständig seinen Weg findet. Es soll in der Lage sein, vorab definierte Routen abzufahren, die sich über mehrere Kilometer erstrecken können. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die Fähigkeit, sich Fahrwege zu merken. Wenn es einem Soldaten folgt, findet es selbständig den Weg zurück zum Ausgangspunkt.
Das UGV ist elektrisch betrieben. Einsatz- und Ladezeiten müssen aufeinander abgestimmt werden und es muss im Feld mit Strom versorgt werden können. Im dynamischen Gefecht ist das eine Herausforderung. Die gesammelten Erfahrungen aus #wechselland26 werden direkt in die Weiterentwicklung des Systems einfließen.
Drohnenabwehr und -detektion
Ein weiteres Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Erkennung und Abwehr von Drohnen. Dieses Thema hat durch die zunehmende Bedrohung durch unbemannte Luftfahrzeuge immens an Bedeutung gewonnen.
Das Austrian Institute of Technology (AIT) erforscht, wie man Drohnen frühzeitig erkennen und sich ihnen entziehen kann. Die technologische Komplexität ist dabei nicht zu unterschätzen, da die Detektion und Abwehr von Drohnen hochentwickelte Sensorik und schnelle Reaktionszeiten erfordert. Zudem müssen die neuen Technologien nahtlos in die bestehenden Führungsstrukturen und Ausrüstungen der Truppe eingebunden werden.
Das verbesserte System ist für die mobile Drohnenabwehr geeignet. Das heißt, es kann einen Konvoi begleiten und in der Bewegung mittels akustischer und optischer Sensoren und Radar den Luftraum nach Bedrohungen absuchen. Das gesamte System wurde für die Erprobung auf einem Puch Pinzgauer montiert. Neueste Technologie trifft hier auf Altbewährtes.
Ein AIT-Team der Forschungsgruppe AAS (assistive autonomous system) nahm an der Übung WECHSELLAND 26 teil. In der ersten Woche wurden die Systeme getestet, in der zweiten Woche war das Team in die übende Truppe integriert.
Drohnensystem für die Lagebilderstellung
Das dritte Forschungsprojekt wird der Truppe einen Informationsvorsprung in der Einsatzführung verschaffen. Eine vtol-fähige (vertical take-off and landing) Drohne wandelt Aufnahmen der Umgebung in Echtzeit in einfach interpretierbare Luftbilder um. Dazu werden die Daten des Fluggeräts von einem leistungsstarken Rechner am Boden farblich so verändert, dass Gebäude, Straßen, niedrige und hohe Vegetation leicht zu unterscheiden sind. Der Kommandant kann mit einem Blick auf das Display das Gelände vor ihm analysieren und optimale Bewegungslinien für seine Truppe erkennen. Diese Geländeinformation kann per Schnittstelle an das neue digitale Führungssystem SitaWare des Bundesheeres übertragen werden.
Die Drohne kann für die Geländeanalyse bis zu einer Stunde in der Luft bleiben. Mehrere Fluggeräte können zu einem Schwarm zusammengefasst werden, um die Informationen schneller zu sammeln.
Innovation im Bundesheer: Wo wird geforscht?
Die Theresianische Militärakademie ist ein wichtiger Akteur im Bereich der militärischen Forschung und Entwicklung. Aktuell laufen 18 Forschungsprojekte an der Militärkademie, wobei im Rahmen von #wechselland26 drei Projekte im Feld getestet wurden. Die Bedarfsträger – also die Truppe selbst – sind eng in den Prozess eingebunden, um sicherzustellen, dass die Entwicklungen den tatsächlichen Anforderungen im Einsatz entsprechen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Militär, Forschung und Industrie ist der Schlüssel zum Erfolg, wie Oberst Schwendenwein betont. Gemeinsam können Lösungen entwickelt werden, die tatsächlich im Einsatz bestehen. Die Ausbildungsübung WECHSELLAND 26 war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.