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Mit der 1. Kompanie im Angriff auf Schwarzenbach
Mein Auftrag für den 22. Juni war klar: „Begleite die 1. Kompanie bei ihrem Angriff auf Schwarzenbach.“ Der Tag begann mit der Vorbereitung der Ausrüstung: Kamera, Objektive, Smartphone und Stromversorgung – und sehr viel Wasser. Es wird ein heißer Tag in der Buckligen Welt.
Um 08.00 Uhr Meldung beim Kompaniekommandanten Major David W. Er teilt mich dem III. Zug der Kompanie zu, der in der Scheune eines idyllisch gelegenen Bauerhofs untergebracht ist. Die Stimmung ist gut. Die Fähnriche und die Grundwehrdiener blicken mit Zuversicht auf ihre Aufgabe. Nichts scheint heute zu schwer zu sein.
Der Zugskommandant Fähnrich Nico K. nimmt sich Zeit und weist mich in die Lage ein: Motorisierter Anmarsch zur Keltenarena in Schwarzenbach, absitzen und Eindringen in den Ort. Die Aufklärung hat Feindkräfte in Zugstärke festgestellt. Unsere Gegner bei dieser Übung sind 25 Alpini aus Südtirol, die über beeindruckende Einsatzerfahrung verfügen. Die drei Züge werden sich auf unterschiedlichen Wegen dem Angriffsziel nähern. Unser Zug wird im Südosten in den Ort eindringen und sich dann einen Weg entlang des Baches bis zum Angriffsziel bahnen….so weit der Plan.
Unsere Abfahrt auf zwei Universalgeländefahrzeugen BvS10 "Hägglunds" und drei bewährten Pinzgauern ist für 09.00 Uhr geplant. Ich entscheide mich für die Mitfahrt im „Cabrio“, nichts geht über einen offenen Pinzgauer an einem heißen Sommertag.
Um 10.15 Uhr treffen wir am Absitzpunkt ein; der Zug nimmt seine Gruppierung ein und marschiert um 10.30 Uhr an der Keltenarena vorbei nach Schwarzenbach.
Die Kompanie nimmt bald den Kampf auf. Nach Feuerunterstützung aus der Luft durch eine PC-7 greift der II. Zug mit Unterstützung der beiden BvS10 an. Von einer kleinen Anhöhe werden die gepanzerten Fahrzeuge jedoch von unserem Gegner mit Panzerabwehrwaffen ausgeschaltet. Damit hat die Kompanie ihre stärkste Waffe verloren. Umso wichtiger ist jetzt der Close Air Support (CAS) durch die PC-7. Ausgelöst wird dieser durch die Anforderung des Kompaniekommandanten - ein Fähnrich des 3. Jahrganges der Lehrgruppe Infanterie - bei dem, der Kompanie zugeteilten JTAC. Diese Unterstützung ermöglicht der Kompanie das Eindringen in den Ort.
Für uns geht es im Laufschritt bergab bis zur Ortsstraße. Dort orientiert sich unser Zug kurz um seinen Angriff auf das Zwischenziel – eine ehemalige Mühle – zu koordinieren. Das Gebäude wird kampflos in Besitz genommen, der Gegner hat sich bereits abgesetzt.
Weiter geht es entlang, vor allem aber in einem Bach. Der Zug bekommt nasse Füße, dafür ist unser Anmarschweg aber nicht einsehbar und auch der feindlichen Waffenwirkung entzogen. Wir kommen gut voran. Immer wieder mit kurzen Unterbrechungen, damit die anderen Züge auf dieselbe Höhe aufschließen können. Wir sehen unsere Kameraden zwar nicht, koordinieren unsere Bewegungen aber über Funk.
Der Häuserkampf wird schnell unübersichtlich. Auf unserem Weg erkennt unser Zugskommandant eine markierte Tür. Der Zug dringt in das Gebäude ein und sichert es. Wir treffen auf vier italienische Alpini, die aber keine Gegenwehr mehr leisten. Sie sind bereits „ausgefallen“ und müssen dort auf das Ende der Übung warten.
Weiter geht’s! Plötzlich liegen wir unter Feuer aus dem Ortszentrum. Es gibt die ersten virtuellen Ausfälle bei unserem Zug, die von den Schiedsrichtern der Übung korrekt bewertet werden. Die freie Fläche vor der Brücke ist nicht überquerbar, die Gruppen arbeiten sich links und rechts davon vor und werfen den Gegner zurück. Wir sind beinahe schon an unserem Angriffsziel angelangt.
Bevor der Zug zum Sturm auf das ehemalige Gasthaus ansetzt, wird der Angriff noch mit Steilfeuer vorbereitet. Das soll den Gegner niederhalten und dezimieren. Dann gehen die drei Züge von allen Seiten auf das Angriffsziel los. Rauch- und Sprengkörper fliegen von beiden Seiten. Schüsse brechen. Laut gebrüllte Befehle. Der Gegner wehrt sich verbissen. Unser Zug hat jede Menge Ausfälle. In einer Situation stehen sich die Gegner Auge in Auge gegenüber und kämpfen auf kürzeste Distanz. Doch alle Anstrengung ist vergebens. Der Gegner hat sich perfekt verschanzt und hat aus dem Gasthaus ein Bollwerk gemacht. Der Angriff wird schließlich abgebrochen.
Während der Autor diese Zeilen schreibt, gibt es für die Kompanie die Nachbesprechung. Wo lagen Stärken und Schwächen des heutigen Angriffs? Was kann man beim nächsten Mal noch besser machen? Morgen geht es mit diesen lessons learned in den nächsten Abschnitt der Ausbildungsübung WECHSELLAND 26.