Feldstudie
Schweizer Berufsoffiziersanwärter bei der #wechselland26
An der Ausbildungsübung WECHSELLAND 26 nahmen auch Soldaten aus der Schweiz teil. Major Manuel B. von der Schweizer Armee, der bereits zum zweiten Mal am Campus zu Gast ist, beobachtet in der ersten Übungswoche, wie das Österreichische Bundesheer das Führungssystem SitaWare in einem Jägerbataillon implementiert. Da die Schweizer Armee diese Software in den kommenden Jahren ebenfalls einführen wird, bietet der Austausch die Möglichkeit, gemeinsame Herausforderungen zu besprechen und die Interoperabilität für künftige gemeinsame Vorhaben zu stärken.
Ein oft unterschätzter Aspekt der internationalen Zusammenarbeit ist die Sprache. Wie Major B. erklärt, können bereits kleine Unterschiede zu Missverständnissen führen: „In der Schweiz bedeutet ein ‚Rapport‘ keine Strafe, sondern eine Besprechung.“ Solche Nuancen zu kennen, sei entscheidend, um die Kommunikation zu erleichtern – ein weiteres Argument für die Teilnahme an Übungen im Ausland.
In der zweiten Woche der Übung stießen 24 Berufsoffiziersanwärter der Schweizer Armee hinzu. Die Berufsoffiziersausbildung in der Schweiz erfolgt an MILAK an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich – entweder im Rahmen eines 7-semestrigen Bachelor-Lehrganges oder eines 3-semestrigen Diplomlehrgangs. Aus den Studierenden wurde eine Klasse zusammengestellt, die den gemeinsamen Lehrgang militärische Fachausbildung absolviert. Die Klasse befindet sich jetzt zweieinhalb Wochen zu einer sogenannten Feldstudie in Österreich. Neben der Teilnahme an der #wechselland26 in der Funktion als Kompaniekommandanten im Rahmen der simulationsgestützten Übung, stehen auch noch Besuche bei diversen höheren Kommanden, von Truppenübungsplätzen, der Landesverteidigungsakademie und von Museen und Gedenkstätten auf dem abwechslungsreichen Programm.
An ihrem zweiten Tag bei der Übung hat sich Oberleutnant Catherine G. bereits eingearbeitet: „Abgesehen von dem einmaligen Ambiente mit der Burg und dem Akademiepark ist die Militärakademie nicht so viel anders, wie bei uns in der Schweiz.“ „Mir gefällt, dass sich die MilAk nicht von der Zivilbevölkerung abschirmt. Am Campus läuft man Zivilisten und Schulklassen über den Weg. Das Militär gibt sich offen. Das ist ganz anders als in den USA.“, vergleicht Hauptmann Kevin L. seine Auslandsaufenthalte.
Für einige Schweizer Berufsoffiziersanwärter ist es bereits der zweite Aufenthalt an der MilAk in diesem Jahr. Im Frühjahr haben sie schon am Theresianischen Militärakademischen Forum (TMAF) teilgenommen. Die Mitwirkung der Offiziersanwärter an den verschiedenen Veranstaltungen ist das Ergebnis der engen Partnerschaft zwischen der TherMilAk und der MILAK an der ETH Zürich.
Die Bedeutung der Feldstudie unterstreicht auch die zweitägige Anwesenheit des Kommandanten der MILAK an der ETH Zürich, Brigadier Hugo Roux.