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Planen – Koordinieren – Führen
Am 9. und 10. Juni 2026 nahmen die beiden 3. Klassen an einer zweitägigen Stabsdienstübung teil. Julia K. (3BK) und Franziska S. (3AK) berichten:
Ziel der Übung war es, die Grundlagen der Stabsarbeit praxisnah kennenzulernen und die Zusammenarbeit innerhalb eines Krisenstabes zu trainieren. Wir wurden dazu klassenunabhängig in die Stäbe A und B eingeteilt. Zwei Offiziere des Institutes 2 der Militärakademie, Oberst Michael Vitovec und Oberst Thomas Güttersberger, die selbst aktiv in Krisenstäben der Bezirkshauptmannschaften tätig sind, koordinierten die Arbeit der einzelnen Sachgebiete und stellten die Einsatzorganisationen dar.
Die Übung orientierte sich an einer Gefahrenlage im Raum Neunkirchen. Der Auftrag lautete, die Bevölkerung innerhalb von 24 Stunden nach einem Erdbeben aufgrund eines möglichen Austritts radioaktiver Stoffe zu evakuieren.
Zu Beginn fassten wir das benötigte Material aus, folierten unsere Karten und erhielten eine Einweisung durch die Übungsleitung. Anschließend wurden die Aufgaben auf die Sachgebiete S1 bis S6 verteilt. Zusätzlich waren pro Stab zwei Kadetten als Leiter der Stabsarbeit eingeteilt. Während der gesamten Übung arbeiteten die einzelnen Sachgebiete selbstständig an ihren Aufträgen und dokumentierten ihre Ergebnisse laufend.
Regelmäßige Zwischenbesprechungen ermöglichten den Austausch zwischen den Sachgebieten. Dabei präsentierte jeder Stab seine Ergebnisse innerhalb einer vorgegebenen Zeit und stimmte die weiteren Schritte mit den anderen Bereichen ab.
Wir zwei waren dem Sachgebiet S5 zugeteilt, das für Öffentlichkeitsarbeit und Medien zuständig ist. Unsere Aufgabe bestand darin, Medien im Raum Neunkirchen zu recherchieren und deren Reichweite zu ermitteln. Dazu zählten Radiosender, Fernsehsender, Zeitungen und Social-Media-Kanäle. Außerdem beschäftigten wir uns mit möglichen Gefahren wie Fake News oder Panik in der Bevölkerung und entwickelten Maßnahmen zur Prävention. Mit Hilfe der Informationen aus dem Sachgebieten S3 und S4 den erstellten wir drei AT-Alerts mit den wichtigsten Informationen für die betroffene Bevölkerung, beispielsweise zu Sammelpunkten und Unterkünften für Selbstevakuierer. Diese sollten zu verschiedenen Zeitpunkten an die Bevölkerung übermittelt werden. Darüber hinaus verfassten wir Informationsberichte für die Öffentlichkeit (Zeitung und ORF im Bereich Fernsehen und Social Media).
Auch die anderen Sachgebiete arbeiteten an ihren jeweiligen Aufgaben. Minna B. (3BK) aus dem Sachgebiet S3 erklärt, dass ihr Sachgebiet für die Beurteilung der Gesamtlage zuständig war. Dazu gehörten die Festlegung von Sammelpunkten, die Ermittlung der Anzahl der zu Evakuierenden sowie die Ausarbeitung von Aufträgen für die eingesetzten Kräfte in enger Zusammenarbeit mit den anderen Sachgebieten.
Anja H. (3AK) berichtete in ihrer Funktion als Leiterin der Stabsarbeit: „Die vergangenen zwei Tage waren äußerst lehrreich und fordernd. Als Leiterin der Stabsarbeit koordinierte ich gemeinsam mit einem anderen Kadetten die Abläufe und stellte die Zusammenarbeit innerhalb des Stabes sicher. Dabei konnten wir viele praktische Erfahrungen sammeln.“
Am letzten Tag fand eine Entscheidungsbesprechung mit Oberst Christian Weniger statt, der in der Übung die Rolle des Bezirkshauptmannes übernahm. Dabei wurden verschiedene Evakuierungskonzepte vorgestellt und bewertet. Nach gemeinsamer Beratung und Darlegung der jeweiligen Vor- und Nachteile entschieden wir uns für das aufgabenorientierte Konzept.