"Ich gelobe..."
Feierliche Angelobung von Grundwehrdienern des Einrückungstermines Mai 2025
- der Auslandseinsatzbasis
- des Militärkommandos Niederösterreich
- des Stabsbataillons 3
- und der Theresianischen Militärakademie
Donnerstag, 28. Mai 2026
Beginn: 15.00 Uhr
im Kurpark in Reichenau an der Rax.
Im Anschluss an den Festakt lädt das Bundesheer zu einem Gruß aus der Feldküche ein. Örtliche Vereine werden Getränke anbieten.
Umrahmt und begleitet wird die Veranstaltung von der Militärmusik Niederösterreich sowie der Trachtenkapelle Prein an der Rax.
Hinweis:
Parkplätze für Besucher der Angelobung befinden sich im Bereich des Theaters Reichenau.
Parkplätze für Ehrengäste (mit Parkplatzkarte!) befinden sich in der Friedrich-Zach-Gasse.
Marktgemeinde Reichenau an der Rax
Reichenau an der Rax ist eine im oberen Schwarzatal am Fuß der Rax gelegene, als heilklimatischer Kurort anerkannte Marktgemeinde mit rund 2.400 Einwohnern. Hinzu kommen über 1.700 Zweitwohnsitze.
Das Gemeindegebiet liegt auf einer Seehöhe zwischen 480 m und 2.076 m am Klosterwappen, der höchsten Erhebung des Schneeberges, erstreckt sich über 89,5 km² und umfasst sechs Katastralgemeinden:
- Grünsting
- Hirschwang
- Hirschwanger Forst
- Klein- und Großau
- Prein
- Reichenau
Reichenau war bis in das 19. Jahrhundert eine kleine Siedlung, die seit dem Mittelalter Mittelpunkt der Herrschaft Reichenau war. Das im 13. Jahrhundert errichtete Schloss wird erstmals 1256 urkundlich genannt. 1333 erwarb Herzog Otto der Fröhliche die Herrschaft und schenkte sie dem von ihm wenige Jahre zuvor gestifteten Zisterzienserkloster Neuberg an der Mürz, das 450 Jahre im Besitz der Herrschaft blieb. Im Jahre 1784 ging die Herrschaft Reichenau in das Eigentum der Innerberger - der frühere Name der heutigen Stadt Eisenerz - Hauptgewerkschaft über, die das Schloss als Amtssitz und Wohnung für hohe Beamte nutzte.
Von 1848 bis 1908 war Reichenau mit Payerbach zu einer Gemeinde vereint. 1928 erfolgte die Erhebung zum Kurort, 1958 die Erhebung zum Markt.
Aufstieg und Bedeutung erlangte Reichenau an der Rax in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit der 1842 erfolgten Erschließung der Region durch den Bau der Südbahn entwickelte sich Reichenau zum Ort der Sommerfrische des Wiener Adels und Großbürgertums.
Sommerfrische
Schon in der Biedermeierzeit war Reichenau ein beliebter Stützpunkt für Wanderer, Bergsteiger und die ersten Wiener Sommerfrischler und verfügte daher schon früh über eine touristische Infrastruktur. Die Gäste aus der Stadt fanden hier eine wild-romantische Natur und einen den städtischen Bedürfnissen angepassten Komfort mit Gasthöfen, gepflegten Wegen und gut beschriebenen Aussichtspunkten.
Nach der Eröffnung der Südbahn Wien-Gloggnitz 1842 und der Semmeringbahn 1854 setzte ein regelrechter Ausflüglerboom ein. In wenigen Jahrzehnten wurde aus dem unberührten Tal ein Sommer-Refugium der eleganten Wiener-Gesellschaft.
Der mondäne Charakter des Ortes wurde durch die im Jahr 1872 erfolgte Errichtung der Villa Wartholz für Erzherzog Carl Ludwig besonders gefördert. Auch Kaiser Franz Joseph I. und seine Frau verbrachten einige Sommer mit ihrer Familie in Reichenau. Kronprinz Rudolf gab der gleichnamigen Kaltwasserheilanstalt und der Rudolfsvilla ihre Namen.
Neben Kaiserhaus und altem Adel gehörten vor allem prominente Bürgerliche und der Geldadel zu den Gästen. Baron Nathaniel Rothschild ließ sich ein prunkvolles Schloss im Stil der Loire-Schlösser erbauen. Er stiftete dieses jedoch bald dem k.u.k. Kriegsministerium als Heim für invalide Subalternoffiziere. Heute dient Schloss Rothschild dem Österreichischen Bundesheer als Seminarzentrum.
Aber auch Künstler, Politiker und Gelehrte, darunter Arthur Schnitzler, Peter Altenberg, Eduard von Bauernfeld und Sigmund Freud, verbrachten die Sommer in Reichenau. Der Treffpunkt der eleganten Welt war vor allem das Hotel Thalhof der Familie Waissnix.
Alpinismus
Die geografische Lage an der Schnittstelle zwischen dem Wiener Becken und den Alpen, die in Reichenau mit den Gipfeln von Rax (2.007 m) und Schneeberg (2.076 m) die am weitesten östlich wie auch nördlich liegenden 2.000er aufweisen, sowie die relative Nähe zu Ballungsräumen wie Wien, Wiener Neustadt, Bratislava oder Sopron hatte und hat wesentlichen Einfluss auf die Erschließung und anhaltende Beliebtheit der Reichenauer Berge.
Die 1926 eröffnete Raxseilbahn war die erste Personen-Seilschwebebahn in den heutigen Grenzen Österreichs und ermöglichte in Verbindung mit der Südbahn und der schmalspurigen Lokalbahn Payerbach – Windbrücke Raxbahn der Wiener Gesellschaft ein einfaches Erklimmen der Rax und hat so zur Bekannt- und Beliebtheit von Reichenau wesentlich beigetragen.
Wirtschaft
Eine bis in die Bronzezeit zurückreichende Tradition hatte in der Reichenauer Gegend der Bergbau, der ab dem 18. Jahrhundert verstärkt betrieben wurde. 1699 erhielt das Stift Neuberg das Privileg für den Eisenerzabbau, ab 1716 begann die Verhüttung.
Unter der Innerberger Hauptwerkschaft – einem Zusammenschluss von Radgewerken im heutigen Eisenerz -, welche im Jahr 1780 die Berg- und Eisenwerke sowie die Herrschaft Reichenau vom Stift Neuberg erwarb, erreichten der Abbau der Lagerstätten am Fuße der Rax und am Grillenberg bei Payerbach sowie das Eisenwerk Reichenau eine beachtliche Stellung im österreichischen Eisenwesen.
Wegen der ungünstigen Lagerstättenverhältnisse und der damit verbundenen Unmöglichkeit eines mechanisch-maschinellen Abbaues der Erze, kam es jedoch Ende des 19. Jahrhunderts zur Einstellung der Bergbaue im Raxgebiet. Als Nachfolgeindustrie etablierte sich in Hirschwang eine Holzstoff- und Papierfabrik.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Raxgebiet Holz durch den als "Raxkönig" bekannt gewordenen Georg Hubmer gefällt und über die Schwarza und den Kehrbach zunächst frei schwimmend sowie in weiterer Folge auf Schiffen über den Wiener Neustädter Kanal nach Wien abtransportiert. Die Umlagerung dazu erfolgte im Bereich des Akademieparks.
Heute spielt der Tourismus mit etwa 130.000 Übernachtungen pro Jahr für Reichenau eine große Rolle.
Wasser für Wien
Seit 1873 fließt Gebirgsquellwasser aus dem Rax- und Schneeberggebiet in die Wiener Haushalte und ermöglicht damit eine Versorgung der Großstadt mit Trinkwasser bester Qualität. Die Quellen dazu liegen bei Kaiserbrunn im Höllental. Der zwischen 1965 und 1968 errichtete Schneealpenstollen ermöglicht auch die Einspeisung von Quellwasser aus der Steiermark.
Rund elf Jahre sollte es dauern, bis nach einem Baubeschluss im November 1862 die 95 Kilometer lange Wiener Hochquellleitung auch Realität werden konnte. Die Bauzeit selbst dauerte jedoch nur vier Jahre. Der Höhenunterschied zwischen Bergen und der Bundeshauptstadt sorgt dafür, dass das Hochquellwasser nur mithilfe des natürlichen Gefälles in rund 16 Stunden nach Wien fließt.
Die Quellengebiete auf Rax und Schneeberg gehören deshalb großteils der Gemeinde Wien, werden von der Forstverwaltung der Stadt Wien bewirtschaftet und sind heute fast zur Gänze als Wasserschutz-, Quellenschutz- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Kultur
Bereits im 19. Jahrhundert gab es in Reichenau zahlreiche kulturelle Aktivitäten. Neben Kurkonzerten, Festen und Sportmöglichkeiten sollten sie vor allem eine Attraktion für die wohlhabende Sommergesellschaft sein. Die frühen Theaterinitiativen – etwa das „Thalhof-Festspiel“ 1886, verfasst von Arthur Schnitzler, sowie verschiedene Aufführungen des Gesang- und Orchestervereins – führten dazu, dass die Gemeinde Reichenau 1922, das seit Jahren nicht mehr industriell genutzte Gebäude der im späten 19. Jahrhundert errichteten Holzschleiferei der Unternehmerfamilie Waissnix erwarb und zum heutigen Theater- und Konzerthaus umbauen ließ. Das neue Theater wurde mit der Johann Strauss’ Operette “Die Fledermaus” am 1. August 1926 feierlich eröffnet und feiert somit dieses Jahr das 100-jährige Bestehen.
Seit 1988 geben die Festspiele Reichenau dem Kurort neue kulturelle und touristische Impulse und bilden den kulturellen Höhepunkt des Sommers in Reichenau. Im Verlauf der Jahre erlangten die Festspiele Reichenau überregionale Bedeutung und haben sich zu einer der führenden Adressen im österreichischen Festspielkalender entwickelt.