68. Militär-Weltmeisterschaft Militärischer Fünfkampf
Von 2. bis zum 9. August 2026 war Wiener Neustadt der Austragungsort der 68. Militär-Weltmeisterschaft im Militärischen Fünfkampf. 112 Athletinnen und Athleten aus 17 Nationen von 4 Kontinenten maßen sich in der Königsdisziplin des Militärsports.
Seit 1950 werden im militärischen Fünfkampf jährlich Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Sportstätten am Campus der Militärakademie waren bereits in den Jahren 1973, 1978, 1986, 1996, 2006, 2016 und zuletzt 2018 Austragungsort der Military Pentathlon-WM und es nun somit bereits zum 8. Mal. Die vorhandenen Sportanlagen, vor allem deren Nähe zueinander, und die am Campus MilAk bestehende Infrastruktur für Unterkunft und Versorgung der Wettkampfteilnehmer machen Wiener Neustadt zum optimalen und daher sehr beliebten Austragungsort für Wettkämpfe im Militärischen Fünfkampf, egal ob national, regional oder als Weltmeisterschaft.
Aus österreichischer Sicht war die WM sehr erfolgreich. Vor heimischen Publikum erreichte das Pentathlon Team Austria in der Mannschaftswertung hinter Brasilien den 2. Platz und im Hindernisbahn-Staffelbewerb den 3. Platz. Besonders stark die Leistung des Jüngsten im Team: Björn Unger wurde bei seinem ersten Antreten bei einer WM in der Newcomer-Wertung Zweiter und in der Gesamtwertung Zwölfter.
Durch das, durch Militärakademie und Heeressportzentrum gemeinsam gebildete Organisationsteam, konnten optimale Wettkampf- und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es gelang dabei einerseits durch Freundlichkeit und Gelassenheit, andererseits aber durch die für eine WM erforderliche Präzision und Disziplin nicht nur optimale Wettkampfbedingungen sicherzustellen, sondern auch einen sehr positiven Eindruck bei den Wettkampfteilnehmern zu hinterlassen. Das zahlreich erschienene Publikum bei den Bewerben Hindernislauf, Hindernisschwimmen und Hindernisbahn-Staffellauf schuf eine einmalige und mitreißende Atmosphäre in der rund um die Hindernisbahn geschaffenen Pentathlon Arena bzw. im Akademiebad.
Major Trond Ingvar Vognild aus Norwegen, CISM-Direktor für den Militärischen Fünfkampf, lobte die österreichische Organisation: „Österreich hat diese Veranstaltung etwas anders ausgerichtet, aber diesmal haben Sie sich wirklich selbst übertroffen.“
Berichte
Zum Nachsehen (Videos)
Militärischer Fünfkampf
Der Militärische Fünfkampf stellt die Königsdisziplin des Militärsports dar: Die notwendige Kombination von Konzentrationsvermögen, Nervenstärke, Sprungkraft, Gewandtheit und nicht zuletzt Mut und Risikobereitschaft, Feinmotorik und explosive Schnellkraft sowie überdurchschnittliche Ausdauerfähigkeit und Willenskraft stellen die Besonderheit der Sportart dar.
Der Militärische Fünfkampf (Military Pentathlon) ist eine Weiterentwicklung des modernen Fünfkampfs. Dieser war ursprünglich darauf ausgelegt, die idealen Fähigkeiten des Soldaten einzubeziehen. Mit der Zeit wurden aber einige dieser Fähigkeiten (wie Fechten und Reiten) für den modernen Soldaten irrelevant. Der französische Offizier Henri Debrus entwickelte daher 1946 die heutigen Disziplinen.
Bewerbe
Schießen
- Distanz: 200 m
- Scheibe: zehner Ringscheibe
- Waffe: UIT Standard-Sportwaffe
- Wettkampf: fünf Schüsse Probe, zehn Schüsse Präzisionsschießen in zehn Minuten, zehn Schüsse Schnellfeuer in einer Minute
Hindernislauf
- Distanz: 500 Meter
- Bahn: 20 genormte Hindernisse (Die Frauen lassen die vier hohen Sprunghindernisse weg)
Hindernisschwimmen
- Distanz: 50 Meter
- Bahn: vier Hindernisse zu untertauchen und zu überklettern
Werfen
- Distanz:
- Zielwurf Männer, Distanzen 20 Meter / 25 Meter / 30 Meter / 35 Meter - vier Wurfkörper pro Zielkreis
- Zielwurf Frauen, Distanzen 15 Meter / 20 Meter / 25 Meter / 30 Meter
- Weitwurf maximale Leistung - drei Würfe, der weiteste wird gewertet
- Zielkreis: Durchmesser innen zwei Meter, außen vier Meter
- Wurfkörper: Männerwurfkörper 550 Gramm, genormt; Frauenwurfkörper 350 Gramm, genormt.
Geländelauf
- Distanz: acht Kilometer bei den Männern, vier Kilometer bei den Frauen
Die Laufstrecke kann bis zu 150 Meter Höhendifferenz aufweisen. Gelaufen wird auf unterschiedlichem Untergrund (Wald-, Kies- und Gras).
Gestartet wird nach der Gundersen-Methode: Der Führende nach vier Disziplinen startet, alle anderen werden mit dem entsprechenden Zeitabstand auf Verfolgung geschickt. Somit ist der Erste, der im Ziel einläuft, der Sieger des Wettkampfs.
Hindernisbahn-Staffellauf
Der Hindernisbahn-Staffellauf wird ausschließlich zum Schluss der Wettkampfwoche im Rahmen der Weltmeisterschaften durchgeführt. Jeweils vier Männer, bei den Frauen drei Athletinnen einer Nation treten dabei gegen ein anderes Team an. Der Sieger kommt im K.-o.-System weiter in die nächste Runde.
CISM
Organisiert wird der internationale Wettkampf durch die Militärakademie in Zusammenarbeit mit dem Heeressportzentrum gemäß den Regeln des Internationalen Militärsportverbandes CISM.
Der Conseil International du Sport Militaire (CISM) ist eine der größten internationalen Sportorganisationen der Welt. Nahezu deckungsgleich mit der Grundidee der Olympischen Bewegung bezweckt auch CISM, über den sportlichen Wettkampf Angehörige von Streitkräften aus aller Welt zusammenzuführen, um einander kennen- sowie verstehen zu lernen, und auf diese Weise zu einer friedlichen Welt beizutragen. Mit dem Leitmotiv "Friendship through sport" (Freundschaft durch Sport) bringt er Streitkräfte aus weltweit 140 Mitgliedsstaaten zusammen, um so die Völkerverständigung zu fördern.