Tradition, Auftrag, Aufbruch
Tag der Leutnante 2026
Freitag, 25. September 2026. Im einem feierlichen Festakt zum „Tag der Leutnante“ wurden am Maria-Theresien-Platz 132 neue Offiziere offiziell in die Truppe übernommen: 72 Berufsoffiziere sowie 60 Milizoffiziere, darunter 7 Frauen. Dieser Tag kennzeichnet den Beginn ihres Dienstes als Führungskräfte im Österreichischen Bundesheer.
Der Festakt fand im Beisein des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen, ein besonderes Zeichen der Wertschätzung durch den Oberbefehlshaber des Bundesheeres, der obersten Führung des Bundesheeres sowie zahlreicher Angehöriger der neuen Offiziere statt.
Angetreten gegenüber der Burg, haben die neuen Leutnante des Berufs- und Milizstandes das Denkmal Maria Theresias hinter sich. Ein Symbol, dass die Gründerin der ältesten noch aktiven Militärakademie der Welt über die ausgemusterten Offiziere wacht.
Gruß der Luftstreitkräfte
Nach dem Einmarsch der Ehrenformation folgte als Beginn des Festaktes ein “Gruß der Luftstreitkräfte”, welcher in Form des Überfluges zweier Eurofighter durchgeführt wurde. Weiters war die Stimme eines der Piloten aus dem Cockpit zu hören, welcher den neuen Leutnanten alles Gute auf deren weiterem Weg wünschte.
Zentral über dem altehrwürdigen Maria-Theresien-Platz teilten sich die Eurofighter auf und zogen lautstark senkrecht in den Himmel.
Im Anschluss an den Gruß der Luftstreitkräfte erfolgten die Meldung an den Bundespräsidenten, das Abspielen der Bundeshymne, das Abschreiten der Front, sowie das Hissen der Flagge.
Begrüßung und Dank
Akademiekommandant Generalmajor Philipp Ségur-Cabanac begrüßte zunächst die anwesenden Ehren- und Festgäste und bedankte sich in seiner Rede bei allen in der Ausbildung involviert gewesenen Offizieren, Unteroffizieren und Zivilbediensteten mit den Worten „Sie sind es, die es tagtäglich ermöglichen, dem Gründungsauftrag der Kaiserin, welchen Sie 1751 Feldmarschall Daun gab - Mache er mir tüchtige Officiers und rechtsschaffene Männer daraus - entsprechend nachzukommen und diesen zu erfüllen.“
Mission vorwärts
Generalstabschef General Rudolf Striedinger unterstrich, dass sich die „Mission Vorwärts“ bereits in der Realisierungsphase befindet und man dies allein an den Ausmusterungszahlen erkenne. „Wurden vor 10-15 Jahren teilweise nur um die 60 Offiziere gesamt ausgemustert, so sind es nun deutlich mehr als das Doppelte.“ so General Striedinger erfreut.
Er appellierte an die neuen Führungskräfte, „…das Gelernte umzusetzen und Wertschätzung gegenüber allen mit denen sie zu tun haben werden zu zeigen, sowie das Pflichtbewusstsein stets zu pflegen.“
Besten vorbereitet
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner wies in ihrer Ansprache auf die Notwendigkeit der aktuell debattierten Wehrreform hin und ersuchte die parlamentarischen Entscheidungsträger diese mitzutragen, um das Bundesheer wehrfähiger zu machen und umfassend zu modernisieren.
An die neuen Leutnante gerichtet sagte sie: „Mit ihrer fundierten Ausbildung übernehmen sie Verantwortung für das Bundesheer und damit für die Sicherheit unseres Landes. Sie sind bestens darauf vorbereitet, ihre Soldatinnen und Soldaten zu führen und auch mit unseren internationalen Partnern zusammenzuarbeiten. Ich gratuliere allen neuen Leutnanten herzlich zu diesem wichtigen Schritt und wünsche ihnen für ihre zukünftigen Aufgaben alles Gute.“
Integrität
Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen hielt in seiner Rede fest, dass das Ziel für das Bundesheerbudget weiterhin bei 2% des Bruttoinlandsproduktes liegen würde und die Wehrdienstreform ein wichtiger Schritt hin zu einem wehrhafteren Österreich sei. Ebenfalls unterstrich er, dass das Bundesheer in der Vergangenheit nicht immer die nötigen finanziellen Mitteln hatte, jedoch stets ausgezeichnet ausgebildete Unteroffiziere und Offiziere beschäftigte.
Ein wichtiges Anliegen sei ihm, dass sich die neuen Leutnante den Begriff Integrität zu Herzen nehmen. „Bewahren Sie Ihre Integrität. Gegenüber den Menschen, für die Sie die Verantwortung tragen, gegenüber Ihren Vorgesetzten und insbesondere gegenüber politischen Verantwortungsträgern. Handeln Sie immer in Übereinstimmung mit Ihren Werten und Überzeugungen“ so Alexander van der Bellen zu den neuen Offizieren.
Seine Rede beschloss der Bundespräsident mit einer symbolischen Geste und führte dazu aus: „In Anerkennung für Ihre Leistungen übergebe ich der Jahrgangsersten, stellvertretend für den gesamten Ausmusterungsjahrgang, den von mir als Oberbefehlshaber gestifteten Ehrensäbel.“
Der Bundespräsident zeigte sich sichtlich erfreut, dass er in seiner Amtszeit zum ersten Mal eine Jahrgangserste gibt. Insgesamt ist mit Leutnant Paula Steurer bereits zum dritten mal eine Frau Jahrgangsbeste geworden.
Treuegelöbnis
Jeder Soldat beginnt mit dem Dienstgrad Rekrut, vollkommen unabhängig ob Grundwehrdiener oder anstrebender Unteroffizier oder Offizier. Traditionell leistet jeder Soldat bei dessen Angelobung, welche zumeist in der 4. Ausbildungswoche der Basisausbildung Kern stattfindet, das Treuegelöbnis.
Offiziere erneuern dieses Gelöbnis im Zuge ihrer Übernahme in die Truppe. Die Jahrgangserste Leutnant Paula Steurer sprach die Gelöbnisformel für ihre Kameraden vor und die restlichen 131 Leutnante sprachen diese lautstark nach. Vier von ihnen auf die Fahne der Theresianischen Militärakademie.
Defilierung
Das Musikstück „Oh, du mein Österreich“ markierte das Ende des Festaktes und mit einer Defilierung verließ im Anschluss die Ehrenformation den Maria-Theresien-Platz.
Vorstellung
Die neuen Offiziere blieben gegenüber der Burg stehen und machten sich bereit sich dem Bundespräsidenten vorzustellen. Jedem wurde einzeln die Hand gegeben und einige Worte ausgetauscht. Anschließend wurde ein gemeinsames Gruppenbild gemacht.
Kappenwerfen
Im Anschluss daran fanden sich die Berufsoffiziere auf der Balustrade unterhalb der Wappenwand ein und sangen ein letztes Mal das Fähnrichslied. Danach erfolgte das Kappenwerfen. Dabei werden die nun nicht mehr benötigten Fähnrichskappen in die Zuschauermenge geworfen, wo eine davon zu erwischen heiß begehrt ist.
Der letzte Moment
Den finalen Abschluss ihrer Zeit an der Militärakademie erlebten die Berufsoffiziere nur für sich in der Georgskathedrale. Traditionell richtet der Jahrgangskommandant dort ein letztes Mal Worte an den Jahrgang, bevor sich alle verabschieden und getrennte Wege gehen.
Dieser letzte Akt ist sehr emotionsgeladen. Drei Jahre hat man gemeinsam gelernt, studiert, ist über die eigenen Grenzen weit hinaus gegangen und hat alles gegeben für diesen einen Traum, eines Tages als Offizier des Österreichischen Bundesheeres die Theresianische Militärakademie, die man als junger zumeist unerfahrener Charge oder Unteroffizier betreten hat, wieder zu verlassen.
Für 72 dieser ambitionierten Menschen ist dieser Traum, dieses Ziel am “Tag der Leutnante 2026” Realität geworden.
Fotoalbum
Die Fotos unserer Fotografen Nathan Dorfer, Carina Karlovits, Paul Kulec, Daniel Trippolt und Rainer Zisser finden sich im Flickr-Fotoalbum Tag der Leutnante 2026
Verfasser:
Leutnant Tobias Hausteiner