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Wenn der Krieg vor der Haustür steht
Am 18. Juni 2026 fand im Rahmen der Ausbildungsübung WECHSELLAND 26 ein hochkarätiger Workshop zum Thema „Rechtsgrundlagen in militärischen Einsätzen“ statt. Vertreter der Bezirkshauptmannschaften Wiener Neustadt und Neunkirchen sowie des Magistrates der Statutarstadt Wiener Neustadt diskutierten gemeinsam mit Offizieren der Akademie und Verbindungsoffizieren zu den drei Verwaltungsbehörden über die rechtlichen Herausforderungen, die in einem Ernstfall zu bewältigen sind.
Aktuelle Bedrohungslage als Antrieb
„Seit dem Überfall auf die Ukraine ist uns der Krieg nicht mehr fern.“ Mit diesen Worten eröffnete Oberst Stefan Lendl den Workshop und unterstrich die Dringlichkeit, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Krisensituationen auseinanderzusetzen. Unter der Leitung von Oberst Gerald Hoffmann wurden fünf praxisnahe Fallbeispiele analysiert, darunter:
- Evakuierung der Zivilbevölkerung
- Einrichtung von Sperrgebieten und Straßensperren
- Umgang mit einem massiven Anfall von Toten
Die Diskussionen zeigten: Viele Aspekte sind bereits gesetzlich geregelt, doch es existieren weiterhin „Graubereiche“, die einer Klärung bedürfen. Deshalb wurde auch die Weiterführung der Beschäftigung mit der Thematik beschlossen.
Zivile und militärische Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
In einem Ernstfall ist die enge Abstimmung zwischen dem Österreichischen Bundesheer und den zivilen Behörden entscheidend. Der Workshop bot die Gelegenheit, die zivil-militärische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und auf aktuelle Herausforderungen vorzubereiten.
Historische Lehren und zukünftige Anpassungen
Brigadier Franz Hollerer, stellvertretender Akademiekommandant, erinnerte in seinem Beitrag an den Einsatz des Bundesheeres während des Jugoslawienkriegs 1991. Damals wurden rechtliche Lücken („weiße Flecken“) identifiziert, die später durch das Militärbefugnisgesetz geschlossen wurden. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, die Rechtslage kontinuierlich an neue Bedrohungsszenarien anzupassen.
Dank an die zivilen Partner
Brigadier Hollerer nutzte die Gelegenheit der Anwesenheit der Vertreter der drei Bezirksverwaltungsbehörden des Übungsraumes, um im Namen der Militärakademie den Dank für die freundliche Aufnahme auszusprechen. Ohne die Unterstützung der Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden wäre die Durchführung der Ausbildungsübung WECHSELLAND 26 nicht möglich gewesen.